Anlässlich der Dortmunder Museumsnacht 2025 realisierte das KoLab eine interaktive Live-Performance, die als performative Brücke zwischen den großformatigen Projektionszyklen des storyLab kiU fungierte. In enger inhaltlicher Anlehnung an dessen thematische Auseinandersetzung mit dem Spannungsfeld von Autorität und Freiheit zielte die Inszenierung darauf ab, die Grenzbereiche zwischen physischer Körperlichkeit, hochkomplexer Echtzeit-Technologie und einducksvoller Projektionskunst zu explorieren. Das zentrale Anliegen bestand darin, diesen Diskurs für ein breites Publikum unmittelbar erfahrbar zu machen und die technologische Innovation organisch in einen künstlerischen Gesamtzusammenhang einzubetten.
Im Zentrum der künstlerischen Inszenierung stand die Performance-Künstlerin Agnetha Jaunich, deren Körperlichkeit durch den Einsatz eines Motion-Capture-Anzugs in den digitalen Raum erweitert wurde. Die dabei generierten Daten wurden unmittelbar in die Unreal Engine übertragen, um einen digitalen Avatar zu steuern, welcher die dualistischen Themen Autorität und Freiheit visuell verkörperte. Die technische Komplexität ergab sich hierbei insbesondere aus der Notwendigkeit, eine stabile Datenübertragung über ein autarkes Netzwerk zu gewährleisten, während gleichzeitig eine manuelle Feinsteuerung der Avatar-Parameter erfolgte, um eine direkte Interaktion zwischen der Künstlerin und der digitalen Projektion zu ermöglichen.
Parallel zur tänzerischen Darbietung entwickelte das KoLab unter Verwendung von Max/MSP eine audioreaktive visuelle Ebene, die direkt auf die Live-Kompositionen des Musikers Oliver Langbein reagierte. Durch komplexe Audio-Analyse-Verfahren wurden Frequenzen in grafische Impulse übersetzt. Anschließend wurden diese verschiedenen medialen Signale in Resolume Arena zusammen mit Videosequenzen aus vergangenen Mappings zu einem kohärenten Gesamtsignal für die acht installierten Projektoren verbunden.
Das Projekt demonstrierte eindrucksvoll das Potenzial interdisziplinärer Kooperationen an der Schnittstelle von Gamedesign, Medienkunst, Musik und Tanz. Der Austausch zwischen den beteiligten Expertisen schuf nicht nur für die Kunstschaffenden einen nachhaltigen Mehrwert, sondern bot der Öffentlichkeit eine völlig neue Erfahrung im Bereich der Projektionskunst.









